Im Brutgebiet
Leider gibt es bei uns kaum noch Wälder, die den hohen Ansprüchen des Schreiadlers gerecht werden. Massive Holzeinschläge, Entwässerung der Landschaft und Straßenbau haben geeignete Gebiete zerstört oder durch Zerschneidungen so verkleinert, dass sie für Schreiadler zu klein geworden sind.
Die potentiellen Nahrungsreviere werden oftmals zu intensiv genutzt, überdüngt und gespritzt oder überhaupt nicht mehr gepflegt. Die extensive Grünlandpflege ist meist von Fördergeldern abhängig, die es oftmals nicht mehr gibt. Solche offen gelassenen Flächen bewachsen innerhalb weniger Jahre mit Hochstauden und Büschen, der Adler hat keinen weiten Blick mehr und verschwindet aus dieser Gegend.

Auf dem Zugweg
Eine große Gefahr durch Abschüsse droht den ziehenden Schreiadlern beim Weg über Länder des Nahen Ostens. Besonders im Süden der Türkei, im Libanon und in Syrien sind sie der unkontrollierbaren Jagd ausgesetzt.
Der internationale Schutz entlang der Zugrouten muss verbessert und der Schreiadler in den Anhang I der Bonner Konventionen (Übereinkommen zur Erhaltung wandernder wildlebender Tierarten) aufgenommen werden. Erst dadurch sind die rechtlichen Grundlagen gegeben, die Wilderei für alle Länder entlang der Zugroute zu untersagen.


