Lebensraum bewahren

Leider werden geeignete Lebensräume für den Schreiadler immer seltener. Er braucht strukturreiche Laubwälder, die in großem Maße auch in Mecklenburg-Vorpommern gefällt oder entwässert werden.

Der Weg des NABU bisher und in Zukunft ist, Waldgebiete, in denen der Schreiadler noch lebt, zu kaufen und unter dauerhaften Schutz zu stellen. Für das Waldgebiet „Griever Holz“ haben wir dafür bisher 50.000 Euro zur Verfügung, etwa 1/5 davon kommt von der Stiftung für Umwelt und Entwicklung (NUE), der Rest stammt aus Eigenmitteln des NABU.
Da Schreiadler sehr störungsempfindlich sind, gibt es nicht die Möglichkeit, sie an ihren Horsten zu besuchen. Mit etwas Glück können sie aber sehr gut bei der Nahrungssuche auf offener Wiese beobachtet werden. Von den Horstbetreuern bekommen wir die aktuellen Neuigkeiten der verschiedenen Schreiadlerfamilien im Land, so dass Sie über das Leben der scheuen Greifvögel auf dem neusten Stand bleiben.

Brutplätze

Jeder bekannte Schreiadlerhorst hat mittlerweile seinen ehrenamtlichen Horstbetreuer, der darauf achtet, dass die sogenannten Horstschutzzonen eingehalten werden. In diesen Horstschutzzonen finden ganzjährig keine forstlichen Arbeiten und Veränderungen im 100m-Radius statt. Im 300m-Radius, besser noch im 500m-Radius, wird von Anfang April bis Ende September nicht forstlich gearbeitet und nicht gejagt.
Günstig ist in diesen Wäldern eine naturgemäße Plenterwaldwirtschaft mit der Entnahme von Einzelbäumen außerhalb der Schutzzonen.

Nahrungsreviere

Die Wiesen, auf denen der Schreiadler jagt, müssen mindesten einmal im Jahr gemäht werden, um die Artenvielfalt und die Übersichtlichkeit zu erhalten.
10 bis 20m breite Ackerrandstreifen an Waldkanten, um Feldgehölze oder Kleingewässer tragen zu einem vielfältigen Lebensraum bei.

Erweiterte Horstschutzbereiche

Auch außerhalb der Horstschutzzonen soll der Waldcharakter mit einem dichten Kronendach und vielen verschiedenen heimischen und verschiedenen alten Baumarten erhalten bleiben. Altholzbestände sollten nicht gefällt und Erlenbrüche durch eine Verbesserung des Wasserhaushalts gefördert werden.

Strukturreiche, stark gegliederte Waldränder gilt es zu bewahren und Freiflächen im Wald sollten offengehalten werden.

Neue Wege sollten nicht gebaut werden, um die Störungen im Gebiet nicht noch zu erhöhen.
Grundsätzlich sollte auch in unregelmäßig besetzen oder in ehemaligen Revieren der Waldcharakter erhalten werden. Wer weiß, ob der Schreiadler nicht irgendwann zurückkommt?

Verbesserung des Wasserhaushaltes

Förster und Waldbesitzer können zur Verbesserung des Wasserhaushaltes in der Landschaft beitragen. Neben dem Schreiadler und anderen Arten kommt das z. B. auch der Trinkwasserversorgung zugute.
Geeignete Maßnahmen sind der Rückbau von Entwässerungsgräben und Drainagen, die Renaturierung von Fließgewässern oder der Bau von kleinen Stauwehren.

Auch durch waldbauliche Maßnahmen kann der Wasserhaushalt verbessert werden. Der Umbau von
Kiefernforsten zu Laubmischwäldern wirkt sich besonders in trockenen Gebieten mit geringen Niederschlägen positiv auf den Landschaftswasserhaushalt aus. Bei natürlicher Bewaldung gelangt 15 bis 30 Prozent mehr Wasser in tiefere Bodenschichten.

Chemikalien wie Zinkphosphid sollte in Revieren des Schreiadlers grundsätzlich nicht verwendet werden. Dieses Mittel zur Mäusebekämpfung hatte in Russland in den 1960er Jahren zu großen Verlusten beim nah verwandten Schelladler geführt.

etwa 3 Wochen alter Jungvogel

Schreiadlerpaar

 

 

 

Kronendach

Waldgebiete mit Altholzbeständen