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Die Schreiadler kommen zurück

Mit Spannung verfolgen wir den Rückzug mehrerer Schreiadler, die für die Wissenschaft mit kleinen GPS-Sendern unterwegs sind. Der erste Adler, der mit neuartigem GSM-Sender unterwegs ist, ist “Panni”. Er hat sein Brutgebiet nun fast erreicht. Der Zugweg kann hier verfolgt werden: satellite-telemetry.de

Die Zugwege weiterer Adler werden in Kürze hinzugefügt.

Schreiadler verliert Lebensraum - Helfen Sie uns!

UmbruchflächeIm April haben unsere Bemühungen im Schreiadlerschutz einen herben Rückschlag erlitten. Eine 49 Hektar große Dauergrünlandfläche im Landkreis Güstrow, die viele Jahre als Nahrungshabitat für drei (!) Schreiadlerpaare diente, ist umgebrochen worden. Die Fläche grenzt direkt nördlich an das Naturschutzgebiet Griever Holz an, welches seit einigen Jahren vom NABU MV betreut wird und in dem seit vielen Jahren ein Schreiadlerpaar brütet. Die Grünlandfläche ist zwar nicht Bestandteil des Naturschutzgebietes, sie liegt aber mitten im Vogelschutzgebiet “Recknitz- und Trebeltal”. Somit ist der Umbruch illegal. Denn nur in begründeten Ausnahmefällen kann die Untere Naturschutzbehörde eine Ausnahmegenehmigung für den Umbruch von Grünland in Natura-2000-Gebieten erteilen. Doch das ist in diesem Fall nicht erfolgt.

Statt dessen ist die Grünlandzerstörung am Griever Holz ein weiteres Beispiel für die Nichteinhaltung europäischer Naturschutzstandards in Mecklenburg-Vorpommern. Dabei brüstet man sich in diesem Bundesland doch immer wieder gern mit der tollen Natur, die man hier erleben kann. Da fragt man sich: wie lange noch?

Helfen Sie uns und fordern Sie von Minister Backhaus die sofortige Wiederherstellung des Grünlandes!

Um den Druck auf das Ministerium zu erhöhen und unserer Forderung nach einer sofortigen Wiederherstellung des Grünlandkomplexes Nachdruck zu verleihen, sind wir auf jede Unterstützung angewiesen. Darum wäre es toll, wenn auch Sie in einem Protestschreiben an Minister Backhaus Ihren Unmut über den fortlaufenden Grünlandumbruch in diesem Land zum Ausdruck bringen.

Kopieren Sie den unten stehenden Text und schicken ihn an:

Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz
Mecklenburg-Vorpommern
Dr. Till Backhaus
Paulshöher Weg 1
19061 Schwerin
Fax: 0385-588 6026
E-Mail: t.backhaus@lu.mv-regierung.de

Sehr geehrter Herr Backhaus,
In diesen Tagen beginnen die Schreiadler ihr Brutgeschäft in den Wäldern Mecklenburg-Vorpommerns. Nur hier finden die anspruchsvollen Greifvögel noch an wenigen Stellen die reich strukturierten Landschaften, die sie für ihre Jungenaufzucht benötigen. Ob es in diesem Jahr im Griever Holz zur erfolgreichen Brut kommt, ist jedoch fraglich. Die entscheidende Grünlandfläche, die der ansässige Schreiadler zur Nahrungssuche nutzt, ist umgebrochen worden. Hier wird in diesem Sommer Raps wachsen.

Dabei ist die Zerstörung von Grünland in Natura-2000-Gebieten, zu denen das Vogelschutzgebiet gehört, streng verboten. In Ausnahmefällen kann die Untere Naturschutzbehörde gemäß §21 NatSchAG MV zwar eine Genehmigung erteilen, doch das ist hier nicht erfolgt. Schreiadler stehen im Anhang I der Vogelschutzrichtlinie und gelten damit EU-weit als besonders geschützt. Mecklenburg-Vorpommern trägt eine besondere Verantwortung für den Schutz dieses Vogels, der nicht umsonst auch Pommernadler genannt wird, weil von insgesamt nur 100 in Deutschland lebenden Schreiadlerpaaren über 80 hier brüten.

Die seltenen Greifvögel stellen hohe Ansprüche an ihren Lebensraum. Zur Brut und Jungenaufzucht benötigen sie ein buntes Nebeneinander von Wald, Grünland und kleinen Feuchtgebieten. Selbst im Land Mecklenburg-Vorpommern, das gern mit seiner einzigartigen Natur wirbt, sind solche Oasen nur noch selten zu finden. Umso wichtiger ist es, diese letzten Oasen zu erhalten.

Ich bin empört, mit welcher Ignoranz man sich in Mecklenburg-Vorpommern über die Schutzbestimmungen hinwegsetzt. Wenn der Abwärtstrend beim Grünland zugunsten monotoner Ackerflächen anhält, wird es bald keine Schreiadler mehr im Mecklenburg-Vorpommern geben. Störche, Wiesenweihen, Kiebitze und Brachvögel werden vollends verschwinden.

Ich fordere Sie, Herr Minister Backhaus, dazu auf, dafür zu sorgen, dass die Fläche als Dauergrünland wiederhergestellt wird. Um der gängigen Praxis des illegalen Grünlandumbruchs Einhalt zu gebieten, muss eine konsequente Sanktionierung solcher Vergehen erfolgen.

Mit freundlichen Grüßen

NABU präsentiert naturschutzgerechte Waldbehandlung im Griever Holz

Entwicklungskonzept für das Griever HolzViel Zeit haben wir in den letzten Jahren in die Kartierung des Griever Holzes investiert. Auf 326 Probeflächen haben wir die Baumartenzusammensetzung sowie den Brusthöhendurchmesser aller Bäume erfasst. Außerdem haben wir naturschutzfachlich wertvolle Strukturen wie Baumhöhlen, das Angebot von Totholz, Baumpilze, Risse und Spalten kartiert. Diese Datenfülle bildete dann die Grundlage für unser Entwicklungskonzept, das nun fertig ist.

So sollen langfristig 70% des Griever Holzes aus der Nutzung genommen werden. Hier soll sich der Wald frei entwickeln können. Auf 25% der Fläche soll auch in Zukunft eine extensive Holznutzung erfolgen. Die Einnahmen hieraus können dann für die Unterhaltung der Flächen (Grundsteuer, Abgaben Wasser- und Bodenverband, Verkehrssicherung etc.) verwendet werden. Die restlichen 5% beziehen sich auf die Wiese im Südwesten des Gebietes. Hier soll auch in Zukunft rechtzeitig zur Jungenaufzucht der Schreiadler eine Mahd erfolgen.

Dass dieses Konzept keine Spinnerei ist, die viel kostet, sondern durchaus auch auf andere Schutzgebiete übertragen werden kann, zeigt die Finanzkalkulation, die ebenfalls Bestandteil des NABU-Konzeptes ist.

Wer sich näher mit dem Naturschutzkonzept für das Griever Holz beschäftigen möchte, kann die Broschüre für 2 Euro inkl. Versand in der NABU-Landesgeschäftsstelle bestellen:
Britta Gronewold, Telefon: 0385.200 36 11 oder Email: Britta.Gronewold@NABU-MV.de

Schreiadler brüten wieder - trotz Grünlandumbruch

Schreiadler auf der WieseViel ist passiert in den letzten Wochen. Die Schreiadler sind aus ihrem Winterquartier in das Griever Holz zurückgekehrt und brüten wieder. Doch ob die Jungenaufzucht in diesem Jahr erfolgreich sein wird, steht noch in den Sternen. Denn vor einigen Wochen ist die große Grünlandfläche, die nördlich an das Griever Holz angrenzt, illegal umgebrochen worden. Das ist besonders problematisch, weil die Fläche das Hauptnahrungsrevier für die Schreiadler im Griever Holz ist. Aber nicht nur für die Adler im Griever Holz: Zwei weitere Schreiadlerbrutpaare aus der Umgebung nutzten die Wiese Jahre lang für ihre Jagd nach Mäusen, Fröschen und Schlangen.

Der NABU hat Anzeige erstattet und fordert die sofortige Wiederherstellung des Grünlandes. Nähere Informationen gibt es hier.

Schreiadler ist Titelthema

Die aktuelle Ausgabe des „Vögel“-Magazins hat den Schreiadler als Titelthema. Der Greifvogelfreund und -kenner Markus Jais berichtet darin über den akut vom Aussterben bedrohten Adler und über Möglichkeiten und Chancen des Schutzes. Weitere Fragen zum Schreiadlerschutz beantwortet Torsten Langgemach vom Landesumweltamt Brandenburg in einem Interview.

Auch zu anderen Greifvögeln, wie z.B. Habicht und Sperber, gibt es spannende Artikel im Heft.
Weitere Informationen unter: http://voegel-magazin.de.

Thementag Schreiadler im Ökowerk Berlin

Am 14.03.2010 steht im Ökowerk Berlin ein ganzer Tag im Zeichen des Schreiadlers. Von 11:30 bis 16:00 Uhr gibt es Vorträge zum Schreiadler und seinem Lebensraum sowie seiner Gefährdung. Mit dabei sind unter anderem Fachleute, wie Dr. Peter Wernicke (Naturpark Feldberger Seenlandschaft, Vortrag mit faszinierenden Bildern), Dr. Thorsten Langgemach (LUA-Brandenburg, Erforschung und Schutz des Schreiadlers in Brandenburg), Dr. Wolfgang Scheller (Abhängigkeit der Lebensraumqualität des Schreiadlers von der Landwirtschaft) und Prof. Dr. Berd-Ulrich Meyburg (HighTech in der Schreiadlerforschung).

Der Beitrag für den Thementag liegt bei 4,00 EUR für Erwachsene und 2,00 EUR für Kinder.
Weitere Informationen gibt es auf der Homepage des Ökowerks: www.oekowerk.de

Wanderung durchs Griever Holz im Spätwinter

GrieverHolz_Sued_Winter.jpgAm 27.02.2010 stand endlich wieder eine Exkursion der NABU-Schutzgebietsbetreuer ins Griever Holz auf dem Programm. Bereits für Ende Januar war dies geplant. Allerdings machten Schneestürme und Schneeverwehungen einen Strich durch die Rechnung.

Nun neigt sich der Winter langsam seinem Ende zu. Nach einigen Regenschauern lugt mancherorts wieder der Boden aus dem Schnee. Gute Bedingungen also, um sich vor Ort ein Bild zu machen, dachten sich die vier anwesenden NABU-Schutzgebietsbetreuer. Verschiedene Fragestellungen machten uns dabei neugierig: Stehen die im Herbst gebauten Weisergatter noch (oder hat sich eine Fichten darüber geworfen)? Ist der Fischotter noch im Gebiet aktiv? Was tut sich sonst im Naturschutzgebiet? Gibt es schon Hinweise auf den nahenden Frühling oder steckt die Natur noch im Winterschlaf?

Um 10:00 Uhr ging es in den Wald. Geschützt durch das Dach der Bäume war hier noch wesentlich mehr Schnee vorhanden, als auf den angrenzenden Ackerflächen und Wiesen. Der Waldweg war glücklicherweise recht gut begehbar, da der Förster eine Fahrspur hinterlassen hatte. Apropos Förster: von Holzeinschlag war im begangenen Gebiet, also auch außerhalb der NABU-Flächen, nichts zu sehen. Und auch Windbruch oder -wurf wurde nicht festgestellt. Diese Gefahr bestand hautsächlich in einem kleinen Fichtenbestand, in den aufgrund von Borkenkäferbefall im letzten Jahr stark eingegriffen wurde. Auf dieser und einer weiteren Fläche weicht das gepflanzte Nadelholz allmählich dem natürlichen Aufwuchs. Hier haben wir NABU-Schutzgebietsbetreuer im vergangenen Herbst zwei Weisergatter errichtet. Es wird spannend sein, die aufkommende Verjüngung in- und außerhalb der Gatter zu erfassen. So können Rückschlüsse auf den im Naturschutzgebiet vorhandenen Wilddruck gezogen werden. Eine Reparatur der Gatter können wir uns sparen - alles steht noch wie neu.

Wildschwein WühlungDer Wald war geradezu übersät mit Spuren und Fährten von Wildtieren. Auch wenn die Spuren durch das Anschmelzen und Überfrieren des Schnees größer und undeutlicher wurden, konnten doch die meisten Abdrücke „gelesen“ werden. Zu Beginn der Exkursion fanden wir einzelne Fährten und Spuren von Rehen und Wildschweinen. Doch je tiefer wir auf dem Waldweg ins Griever Holz vordrangen, desto mehr Trittsiegel und Wechsel waren zu sehen. Vor allem Wildschweine zogen offensichtlich im kraftsparenden Entenmarsch durch den tiefen Schnee, wenn sie nicht auf Nahrungssuche waren.
Allerdings sahen wir auch andere Stellen: Gerade unter alten Buchen, die im letzten Jahr reiche Mast trugen, hatten die Schwarzkittel den Waldboden komplett umgewühlt. Gerade naturnahe Waldabschnitte bieten den Wildschweinen jede Menge Nahrung, in Form von Wurzeln, Würmern, Engerlingen, Mäusen, Schnecken und Pilzen. Denn auch wenn die urtümlichen Sauen nicht wählerisch sind – sie fressen sogar Aas - kommt das Griever Holz mit seinen Erlenbrüchen, feuchten Senken und alten Buchenbeständen ihrem Ideal-Lebensraum recht nahe. Teilweise wühlten sich die Wildschweine sehr tief in den Boden. Wir maßen in einem Loch nach: 90 cm! Durch das Umpflügen des Waldbodens schafft das Schwarzwild offene Bodenstellen. Die Humusschicht wird schneller abgebaut und in der Folge siedeln sich neue Pflanzenarten an.

SpurensucheAuch Losung von Rehwild, Wildschwein sowie Fuchs wurde bestimmt. Über zwei nicht alltägliche Erlebnisse möchte ich noch berichten. In einem Eichen-Jungbestand, nur wenige Schritte vom Waldweg entfernt, rastete eine neunköpfige Wildschwein-Rotte! Die Sauen verhielten sich völlig ruhig. Um ein Haar hätten wir sie gar nicht bemerkt. Durch unser plötzliches Stehenbleiben fühlten die Tiere sich entdeckt und flüchteten. Interessant ist, dass sie dabei die Richtung wählten, aus der wir kamen. So war die Wahrscheinlichkeit am geringsten, nochmal auf uns zu treffen. Wildschweine sind intelligente Tiere!

Eine weitere Rotte beobachteten wir, als sie durch einen Erlenbruch wechselte. Dabei brachen die Wildschweine durch das dünne Eis. Bei diesem Trupp aus 10 Tieren war die „Formation“ schön zu beobachten: Die alte Leitbache ging vorneweg. Ihr folgten ein paar Überläufer aus dem letzten Jahr. In der Mitte lief ein älteres Schwein, dem wiederum Überläufer folgten. Den Abschluss bildete schließlich ein starkes, erfahrenes Wildschwein.

An der Polchow konnten wiederum Otterspuren im Schnee entdeckt werden. Im Gegensatz zur Exkursion am 22.12.09 führte die Polchow diesmal wesentlich mehr Wasser. So wurde auch der obere Lauf der Polchow, der durchs Naturschutzgebiet führt attraktiver für den Fischotter. Zumindest fanden wir eindeutige Spuren auch in diesem Bereich. Da Otter-Reviere sehr groß sind, ist davon auszugehen, dass geeignete Flächen im FFH-Gebiet Griever Holz regelmäßig vom Fischotter besucht werden.

Aus ornithologischer Sicht waren vor allem die Sichtungen von einem Rotmilan und sechs Kranichen im südöstlich des Griever Holzes gelegenen „FFH-Zipfel“ nennenswert. Aber auch der Schwarzspecht ließ sich im Wald blicken und hören. Der Frühling wird nun nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Neuer Autor im Schreiadlerblog

Ulf Bähker und Britta GronewoldLiebe Schreiadlerfreunde,
fast zwei Jahre ist sie nun online, unsere Internetseite www.schreiadlerschutz.de. Ebenso lange halte ich Sie im Blog über die aktuellen Geschehnisse in unserem Schreiadlerwald auf dem Laufenden. In diesem Jahr ist alles etwas anders: Statt der Schreiadler warten bald Babyschreie auf mich. Darum wird mich während meiner Elternzeit Ulf Bähker vertreten. Einige von Ihnen werden Ulf bereits von den Aktionen mit den NABU-Schutzgebietsbetreuern im Griever Holz kennen. Als gelernter Förster und begeisterter Vogelbeobachter wird er das Gebiet immer im Blick haben und über spannende Neuigkeiten berichten.
Außerdem wird Ulf Bähker Ihr Ansprechpartner für das NABU-Schreiadlerprojekt in Mecklenburg-Vorpommern sein.
Ich werde mich dann von zu Hause aus über den weiteren Projektverlauf im Schreiadlerblog informieren.
Bleiben Sie uns treu!
Herzliche Grüße
Ihre Britta Gronewold

Dem Otter auf der Spur

WinterspurenAm 22.12.2009 nutzten drei NABU-Schutzgebietsbetreuer das Winterwetter zur Spurensuche im Schnee im FFH-Gebiet Griever Holz. Hauptanlass war dabei die FFH-Art Fischotter im Gebiet nachzuweisen und die Frage zu klären, inwieweit die im Westen des Naturschutzgebietes fließende Polchow vom Otter genutzt wird.

Die Exkursion begann um 10:00 Uhr in Polchow, nördlich des Griever Holzes. Bereits an der Brücke über den gleichnamigen Bach gab es die ersten Spuren zu begutachten. Zwar kein Otter, aber dafür flanierten Graureiher, Fuchs und Hase vor uns auf der zugefrorenen Polchow entlang. Interessant ist es, anhand der Spuren im Schnee das Verhalten der Tiere abzulesen. So wird z.B. deutlich, weshalb der Fuchs in der Waidmannsprache „schnürt“, wenn er eine Strecke im Trab zurücklegt: Die einzelnen Trittsiegel erscheinen wie „an der Schnur gezogen“ fast auf einer Linie.

Auf Höhe des Naturschutzgebietes Griever Holz wurde es spannend: Gibt es ein Zeichen für das Vorkommen des Fischotters? Entlang des Flüsschens waren Rehspuren zu sehen. Einige Male verliefen Wechsel quer über das Eis. Auffällig war, dass der zugefrorene, schneebedeckte  Bach von Hasen regelrecht als „Autobahn“ genutzt wurde. Hier lässt es sich gut laufen!

Das tiefe „krok-krok“ einzelner Kolkraben begleitete uns auf unserem Weg. Dazu miaute ein Mäusebussard. Entlang der Erlen bedienten sich Zeisige an den üppigen Nahrungsquellen. Aber vom Otter gab es keine Spuren.

Rutschspur vom FischotterDas änderte sich südöstlich des Waldes: Deutliche Schwanzspuren waren zwischen den Trittsiegeln zu erkennen. Nur selten wurde der schwere Schwanz gehoben, so dass er sich nicht im Schnee abzeichnete. Bei optimalen Bedingungen hätten sich die Schwimmhäute im Schnee abgezeichnet. Doch durch den anhaltenden Schneefall waren diese Feinheiten nicht zu erkennen. Offensichtlich führten die Spuren alle 200 Meter von einem Wasserloch/Unterschlupf zum nächsten. Dabei nutzt der Otter geschickt die natürlich eisfrei gebliebenen Stellen aus. Dort wo es keine anderen Ursachen für ein Freibleiben der Löcher gibt, übernimmt der Fischotter diese Arbeit. Durch häufige Nutzung bleiben die Löcher eisfrei.

Fischotter gelten als verspielt. Zurecht, wie anhand der Spuren abzulesen war. Verfolgte man die Abdrücke im Schnee, konnte man die Änderung der Gangart nachvollziehen. Mitunter wurde er richtig schnell, bis er seine kräftigen kurzen Beine anzog und auf dem Bauch weiterrutschte. Diese Rutschbahnen waren immer wieder zu sehen. Auch wenn es sich dabei sicherlich um eine energiesparende Fortbewegungsweise handelt: Man konnte sich des Eindruckes nicht erwehren, dass es dem Tier Spaß machte!

Lässt Orni-Herzen höher schlagen

GänsesägerAuch in der kalten Jahreszeit können wir interessante Vogelbeobachtungen machen. Während viele heimische Brutvögel sich ins Warme verdrückt haben, bietet unser Winter anderen Vogelarten ausreichend Nahrung. So empfinden arktische Gäste unser Klima als vergleichsweise mild. Völlig ausreichend, um ihren Flug nach Süden bei uns enden zu lassen. Richtet man sein Fernglas etwa auf Schwan-Ansammlungen, so können neben „unseren“ Höckerschwänen auch gelbschnäbelige Sing- und Zwergschwäne aus Skandinavien und Russland beobachtet werden. Besonders Seen bieten jetzt die Möglichkeit Wintergäste zu bewundern. Auffällig sind dabei vor allem männliche Gänsesäger mit ihrem leuchtend weißen Gefieder und dem dunklen Kopf. Der weiße Körper ist im Winter leicht lachsrosa eingefärbt. Gänsesäger treten im Winter meist gruppenweise auf. Mit guter Optik kann auch die Sichtung des kleineren und sehr hübschen Zwergsägers gelingen.
Ein besonderes Spektakel können Greifvogelfreunde an größtenteils zugefrorenen Seen erleben. In den verbleibenden eisfreien Wasserlöchern sammeln sich Enten und Blässhühner. Bilden diese plötzlich dichte Trauben, lohnt sich ein Blick in den Himmel. Möglicherweise nähert sich ein Seeadler, um Beute zu machen. Bei anhaltend kaltem Wetter, sammeln sich sogar ganze Seeadlergruppen am Rand dieser Wasserlöcher.
Aber auch Greifvögel, die zur Brutzeit nur selten oder gar nicht zu sehen sind, überwintern bei uns. So können z. B. Rauhfußbussarde und Kornweihen beobachtet werden. Es lohnt sich also, einen Blick ins Vogel-Bestimmungsbuch zu werfen und das Fernglas bei Winterspaziergängen dabeizuhaben.

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